Liebe BesucherInnen des ÖAIF,
willkommen im Jahr 2010 bzw. im Jahre 1431 lt. islamischer Zeitrechnung. Zweimal wurde innerhalb eines Monats das Neujahr gefeiert. Das liegt daran, dass Muslime in der arabischen Welt nach dem islamischen Kalender feiern, wonach am 18. Dezember 2008 das Jahr 1431 begann. Die islamische Zeitrechnung beginnt in dem Jahr, in dem der Prophet Mohamed mit seinen Anhängern von Mekka nach Medina 622 AD ausgewandert ist. Es gibt noch einen weiteren Unterschied zwischen dem islamischen und dem abendländischen – dem sogenannten gregorianischen Kalender: das islamische Jahr beruht im Gegensatz zum abendländischen Jahr - welches sich nach der Sonne richtet – auf dem Mondkalender und hat nur 354 Tage (355 Tage im Schaltjahr) und somit verschiebt sich das islamische Neujahr jährlich um ca. 11 Tage nach zurück.
Auf alle Fälle pünktlich zu den Neujahren stellen wir Ihnen das neue Jahresmotto 2010 „Reflexionen – Auf Biegen und Brechen“ vor.
Reflexionen können ein Synonym für Widerspiegelungen aber auch für tiefe Überlegungen sein. Was passiert also tatsächlich nach der Reflexion, kann man das „andere“ nachvollziehen und akzeptieren? Gelingt der Spagat zwischen den Kulturen? Wenn die Reflexion im geschlossenen Ich-System bleibt, ist der auf Klischees und Vorurteilen basierende interkulturelle Bruch wahrscheinlicher als das Biegen zum Dialog. Inspiration dazu gab der tragische Fall der Marwa al-Sherbini. Wie der Fall zeigte, war es für die arabischen Medien einfach Deutschland als rassistisch und das deutsche Volk als „Feind Gottes“ zu bezeichnen, doch wie sieht es im Nahen Osten mit Minderheiten aus? Erst einige Zeit später gab es vereinzelte Stimmen der Selbstreflexion und Selbstkritik in Anbetracht der Ermordung von Touristen und Minderheiten im arabischen Raum. Aber nicht nur in Ägypten gab es diese Wahrnehmungsschwächen, sondern auch in Deutschland, wo die Tat heruntergespielt wurde und höchstens von „Ausländerfeindlichkeit“ die Rede war. Es gibt sogar Medien, die den Islamophobie-Vorwurf gegen Deutschland als "genau so schlimm wie die Tat selbst" bezeichnen. Aber was sind wirklich die Gründe für das Unvermögen, den Mord als das zu benennen, was er war?
Biegen und Brechen Sie mit uns Ihre Vorurteile, indem Sie unsere Beiträge im neuen Magazin reflektieren und finden Sie unter anderem heraus, wie man es in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad auf Biegen und Brechen schafft, miteinander zu flirten, obwohl der öffentliche Kontakt zwischen Männer und Frauen bei Strafe untersagt ist. In Dubai hingegen, sieht man die Wirtschaftskrise, die momentan dort vorherrscht, als Strafe Gottes. Trotz Finanzkrise finden Sie auch noch Artikel, in denen das menschliche Einkaufsverhalten psychologisch analysiert wird und über die Shoppinggewohnheiten der Mekka-Pilger berichtet werden.
Viel Spaß beim Durchlesen wünscht Ihnen Ihr
ÖAIF – Team